Round Table der ADEM zum Diversity Day: Arbeitgeber und anerkannte Flüchtlinge berichten von ihren Erfahrungen

Diversity_Day_BPI_006Aus Anlass des diesjährigen Diversity Day 2017, hat die Arbeitsagentur (ADEM) rund hundert Unternehmer zu einem Rundtischgespräch unter dem Titel « Wie stellt man einen Flüchtling ein? » in die ADEM Agentur in Esch-Belval eingeladen. 

Für Unternehmen stellte die Veranstaltung eine gute Gelegenheit dar, um sich über die Einstellung von anerkannten Flüchtlingen und deren Eingliederung in das Unternehmen zu informieren. So waren auch drei Flüchtlinge anwesend, die über ihre Erfahrungen bei der Einstellung in ein luxemburgisches Unternehmen bzw. der Gründung ihres eigenen Unternehmens berichten konnten. Daneben erläuterten vier Unternehmer, wie sie die Einstellung von Flüchtlingen und deren Eingliederung in das Unternehmen bewerkstelligt haben.

Zu Beginn der Veranstaltung hat Isabelle Schlesser, Direktorin der ADEM, den Zweck der Veranstaltung vorgestellt: «  Für Unternehmen ist es wichtig zu wissen, dass die ADEM Hilfestellung bei der Einstellung von anerkannten Flüchtlingen bietet. So haben wir kürzlich unter anderem eine neue Unit in unserem Arbeitgeber-Service eingerichtet, die sich ausschließlich um die berufliche Integration von anerkannten Flüchtlingen kümmert.

Thierry Hirsch, Leiter dieser Unit, hat im Anschluss den gesetzlichen Rahmen für die Einstellung von Flüchtlingen und die Betreuungsleistungen der ADEM vorgestellt. So kann die ADEM beispielsweise Unternehmen unterstützen, die feststellen lassen möchten, über welche Fähigkeiten und technischen Kompetenzen ein Flüchtling verfügt.  Derzeit sind 444 anerkannte Flüchtlinge bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet, von denen knapp 70% aus Syrien, dem Irak oder dem Iran kommen.

Laurent Peusch, stellvertretender Leiter des Arbeitgeber-Service der ADEM stellte im weiteren Verlauf der Veranstaltung finanzielle Hilfen und Maßnahmen vor, von denen Unternehmen bei der Einstellung von Flüchtlingen profitieren können. Hierzu zählen beispielsweise der Berufseinführungsvertrag, das Berufsbildungspraktikum, der Wiedereingliederungsvertrag sowie die Hilfen z ur Einstellung von älteren Arbeitsuchenden oder Langzeitarbeitslosen. Daneben verfügt die ADEM über ein breitgefächertes Weiterbildungsangebot, mit dem Arbeitsuchende für ihre neue Stelle optimal qualifiziert werden.

Im Rahmen des Infoteils der Veranstaltung stellten ebenfalls Marc Piron von der ASTI sowie Valérie Mahé von der Caritas, die eng mit der ADEM zusammenarbetien, die Projekte "Connections" und "Neien Ufank" vor, die die Integration von anerkannten Flüchtlingen auf dem luxemburgsichen Arbeitsmarkt erleichtern sollen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hatten Flüchtlinge sowie Unternehmer das Wort, die über ihre Erfahrungen bei der Integration in die Berufswelt berichteten. Mahmoud Al Hajjeh erläuterte, dass er sich nach Erhalt des Flüchtlingsstatus mit Hilfe der ASTI bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet hat. "Dank des JobBoard, das leicht zu benutzen ist, habe ich viele Bewerbungen verschicken können an Arbeitgeber, die Stellen zu besetzen hatten, die meinem Profil entsprachen. Ich bin Architekt und habe vor kurzem angefangen, im Rahmen eines Berufseinführungsvertrags in einem luxemburgischen Unternehmen zu arbeiten. Riad Taha hat es vorgezogen, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Bereits in Syrien hatte er ein Unternehmen mit 29 Angestellten. "Nach meiner Ankunft in Luxemburg vor fünf Jahren, wollte ich zunächst als Angestellter in einem Unternehmen arbeiten, um mich so besser in das Berufsleben und in die Gesellschaft integrieren zu können. Aber mein Unternehmergeist hat mich schnell wieder eingeholt. Ich habe mittlerweile zwei Unternehmen gegründet, die sich auf den IT-Bereich spezialisiert haben."

Nun war es an den Unternehmern, über ihre Erfahrungen zu berichten: So zum Beispiel Erick Kluckers, Generaldirektor von Chaux de Contern, aus dessen Sicht der gesamte Einstellungsprozess relativ problemlos verläuft, sowohl was die Zusammenarbeit mit der ADEM als auch die Integration des neuen Mitarbeiters in das Unternehmen betrifft. "Die Person, die wir eingestellt haben, arbeitet aktuell in unserer Forschungsabteilung." » Walter Lorphelin, IT Development Manager bei Seqvoia rief alle Unternehmen dazu auf, die ADEM zu kontaktieren, um von dem kostenlosen Kompetenzcheck zu profitieren, der im Falle seines Unternehmens sehr nützlich war.

Im Anschluss hatten die Gäste die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Einer der Teilnehmer, selbst ein anerkannter Flüchtling auf der Suche nach Arbeit, nutzte die Gelegenheit, um seine beruflichen Fähigkeiten vorzustellen. Der Unternehmer François Dostert, der als Zuhörer im Publikum saß, war auf der Stelle angetan von dem Bewerberprofil. "Ich werde Ihnen eine Chance in meinem Unternehmen "Ateliers mécaniques Dostert" geben", bot er dem Flüchtling spontan an.

Nicolas Schmit, Minister für Arbeit, Beschäftigung sowie für die Sozial- und Solidarwirtschaft, hat die spontane Einstellung genutzt, um allen Unternehmen, die konstruktiv mit der ADEM zusammenarbeiten, zu danken. "All diese Initiativen tragen dazu bei, die Kompetenzen und Fähigkeiten, die die Flüchtlinge mit zu uns nach Luxemburg bringen, gewinnbringend in die Unternehmen einzubringen, die diese einstellen.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 11-05-2017