Jahrespressekonferenz der ADEM

Die ADEM stellt ihren Tätigkeitsbericht 2017 vor

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Das Jahr 2017 war geprägt von einem Anstieg der Beschäftigung und einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit, die seit 2015 in Luxemburg rückläufig ist. So ist die Zahl der Arbeitsuchenden innerhalb eines Jahres durchschnittlich um 4,4 % gesunken. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist besonders signifikant bei den jungen Leuten unter 30 Jahren und den geringqualifizierten Arbeitsuchenden Auch die Langzeitarbeitslosen, die länger als 12 Monaten bei der ADEM arbeitsuchend gemeldet sind, konnten von der positiven Lage am Arbeitsmarkt profitieren.

P4230380_B_72"Natürlich freuen wir uns über den Rückgang bei der Arbeitslosigkeit. Dennoch müssen wir aber feststellen, dass drei Kategorien nicht im gleichen Maße profitieren konnten, nämlich die Arbeitsuchenden, die älter als 45 Jahren sind, Probleme mit der Gesundheit haben und, was vielleicht ein wenig paradox ist, die Hochschulabsolventen. Auch muss festgestellt werden, dass in einigen Berufen relativ viele Stellenangebote nicht mit Bewerbern besetzt werden konnten, erklärte Isabelle Schlesser, Direktorin der ADEM. Gaby Wagner, beigeordnete Direktorin der ADEM, stellte im Anschluss verschiedene Maßnahmen vor, die die ADEM ungesetzt hat, um den betroffenen Arbeitsuchenden eine reelle Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten und Arbeitgeber bei der Suche nach geeigneten Bewerbern zu unterstützen.

So wurde beispielsweise im August 2017eine neue Maßnahme zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit eingeführt. Arbeitgeber aus dem öffentlichen Sektor, Vereine und Unternehmen der Sozial- und Solidarwirtschaft, die zusätzliche Arbeitsplätze zur Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen schaffen, können in den Genuss von einem staatlichen Lohnzuschuss kommen. 2017 wurden 99 Anträge auf Schaffung der sogenannten "Integrations-Arbeitsplätzen" gestellt.

P4230379_B__Ebenfals wurde in 2017 das Projekt "COSP HR (Zentrum für Berufs- und Sozialberatung (COSP) für Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Arbeitsfähigkeit) lanciert. Vorrangiges Ziel des Projektes ist es, während eines zweimonatigen Praktikums herauszufinden, wo die beruflichen Fähigkeiten und Neigungen von Menschen mit Behinderung liegen sie entsprechend zu (re)orientieren. Mehr als 200 Personen haben 2017 an diesem Projekt teilgenommen und 39 haben bereits einen Arbeitsplatz (wieder)gefunden.

Was die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung anbelangt, geht das Contact Center der ADEM mit guten Beispiel voran. Das Contact Center, in dem ausschließlich Menschen mit Behinderung oder gesundheitlichen Problemen arbeiten, wurde 2017 mit dem Diversity Award ausgezeichnet.

2017 war ebenfalls ein Jahr, in dem zwei große Projekte der ADEM vorbereitet wurden, die 2018 eingeführt werden und die Arbeitsuchendmeldung sowie die Betreuung von Arbeitsuchenden verbessern sollen.

Um das Ungleichgewicht zwischen Stellenangeboten auf der einen und den Profilen der Arbeitsuchenden auf der anderen Seite zu beheben - insbesondere in Berufen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht - hat die ADEM 2017 konsequent ihr Weiterbildungsangebot ausgebaut.   Mehr als 4.900 Arbeitsuchende haben an Weiterbildungsangeboten der ADEM teilgenommen und 30 neue Weiterbildungskurse sind 2017 hinzugekommen. "Wir sind in diesem Zusammenhang auch stolz darauf, dass wir zusammen mit dem Unternehmen NumericAll, den European Digital Skills Award verliehen bekommen haben. Die Weiterbildung "Fit4Coding" wurde von der Europäischen Kommission als "best practice" ausgewählt. Hier können sich Arbeitsuchende innerhalb weniger Monate weiterbilden, um später als Programmierer und Web-Developper zu arbeiten," fügte Gaby Wagner hinzu.

Aufgrund der guten Ergebnisse des ersten "Partenariat pour l'emploi" im Zeitraum 2015-2017, haben die ADEM und die Union des Entreprises Luxembourgeoises (UEL) in 2017 beschlossen, ihre Partnerschaft fortzusetzen. Die für den Zeitraum 2018-2020 vorgesehenen Aktionen zielen in erster Linie darauf ab, die Transparenz auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und insbesondere die Berufe zu identifizieren, die in der Zukunft verstärkt Arbeitskräfte nachfragen werden.

Ian Tewes, beigeordneter Direktor der ADEM, der unter anderem für das Qualitätsmanagement bei der ADEM zuständig ist, stellte die Ergebnisse einer Kundenzufriedenheitsumfrage vor, die die ADEM Ende 2017 unter den Arbeitsuchenden durchgeführt hat. Dabei handelte es sich um eine anonyme Umfrage, die per Fragebogen oder als Online-Formular ausgefüllt werden konnte. "Die Resultate sind sehr ermutigend, da 90% der befragten Arbeitsuchenden erklärten, zufrieden mit dem Empfang bei der ADEM zu sein. 79% der Befragten waren zufrieden mit dem Verhältnis zu ihrer Beraterfachkraft.

Abschließend bedankte sich Nicolas Schmit, Minister für Arbeit, Beschäftigung sowie für die Sozial- und Solidarwirtschaft bei allen ADEM-Mitarbeitern und stellte fest, dass deren Engagement Früchte trägt. "Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht eine möglichst individualisierte Betreuung, die auf den speziellen Betreuungsbedarf der Arbeitsuchenden ausgerichtet sein soll. Ebenso soll der Arbeitgeber-Service gestärkt werden, indem zum Beispiel Weiterbildungsmaßnahmen konzipiert werden, die an dem konkreten Bedarf der Unternehmen ausgerichtet sind. Diese Initiativen solle in den nächsten Monaten und Jahren intensiviert werden. »

Jahresbericht 2017 (in französischer Sprache)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 23-04-2018